E-Mail aus Shanghai – 11

Hallo Ihr Lieben,

wir hoffen, Ihr habt die Shanghai News schon vermisst :-)

Das Highlight in diesem Jahr in Shanghai ist endlich eröffnet: die EXPO. Wir wissen ja nicht, wie groß der Hype um die Expo in Deutschland ist (wir vermuten eher gering), aber hier ist es natürlich überall spürbar. Und eines muss man China und Shanghai lassen: Das Land bzw. die Stadt weiß es, sich in Szene zu setzen.  Ich selbst war bisher zweimal dort, einmal allein und einmal mit Tim. Andreas musste/durfte leider arbeiten. Beim ersten Mal war ich einige Tage vor der Eröffnung beim “Probelauf”. Auch das ist ein Unterschied zu uns: Wir in Deutschland planen alles ganz genau, spielen jede noch so winzige Kleinigkeit durch und starten dann direkt das Projekt. Hier in China wurde auch sehr viel geplant und dann einige Tage vor dem offiziellen Start einige Tage “geprobt” und dann die auftretenden Mängel noch behoben.

Also mein Fazit nach zwei Tagen: Riesig, viele Menschen, tolle Technik und super faszinierend. Auf der EXPO in Hannover waren wir leider nicht, aber jetzt wohnen wir so nah dran, jetzt muss es sein. Es sind überwiegend, aus meiner Sicht fast nur Chinesen auf der Expo. Und bei 1,3 Milliarden Chinesen kann man den Besucherrekord von 80 Millionen locker schaffen auch ohne viel ausländisches Publikum.

Was haben wir bisher auf der EXPO gesehen?: den Schweizer Pavillon mit einer kleinen Seilbahn – sehr interessant für Chinesen, Australien, Algerien, Frankreich, Hamburg, Shanghai, die chinesische Bahn, Saudi-Arabien (der teuerste Pavillon), Ozeanien und Teilbereiche von USA.

Allgemein sind die Europäischen Pavillons von großem Interesse – 2 Stunden anstellen ist keine Seltenheit. Für den chinesischen Pavillon sind um neun Uhr morgens schon alle Karten vergeben. Also braucht man insgesamt locker einige Wochen, um alles gesehen zu haben. Auch die Beleuchtung bei Nacht ist klasse. Von einer Brücke aus hat man die beste Sicht. Was natürlich dazu führt, dass die Autos dort sehr langsam fahren und es ist immer Stau. Die Polizei hat deshalb eingeführt, dass es eine Geldstrafe und Punkte gibt, wenn man auf der rechten Fahrspur stehen bleibt und Fotos macht. Aber die Verlockung ist einfach viel zu groß und zu schön.

Tim hatte gerade zwei Wochen Ferien. Da es hier weder Ostern noch Pfingsten gibt, gibt es in Shanghai Frühlingsferien. Wir haben diese Zeit für eine kurze Städtereise innerhalb Chinas genutzt. Wir waren einige Tage in Hangzhou, einer kleineren Stadt (6 Millionen Einwohner) zwei Autostunden von Shanghai entfernt. Da in dieser Zeit aber auch in China 1. Mai-Feiertage waren, hatten die Chinesen auch Urlaub. Und wegen der Expo haben in Shanghai die Firmen statt drei Tage, fünf Tage frei gegeben. Um den tollen See zu gehen war deshalb zeitweise sehr einfach. Man konnte den Weg  überhaupt nicht verpassen, man wurde einfach mit der Masse mitgeschoben :-) ) Wir sind trotzdem mehr als vier Stunden gelaufen. Und trotz der langen Strecke war Tim kaum zu bremsen, er wollte unbedingt einmal um den ganzen See laufen. Und wir haben es geschafft.

Interessant fanden wir als Autoliebhaber auch die Autohäuser von Hangzhou: Mercedes (natürlich mich AMG-Tuning),Lamborghini, Bentley und Rolls Royce um nur einige zu nennen. Wir kamen uns nicht wie in China vor. Auch auf den Straßen haben die reichen Chinesen ihre “kleinen” Autos ausgeführt. Wir haben im Gegensatz dazu aber auch viele Menschen gesehen, die von den Touristen die leeren Plastikflaschen einsammelten, um sich den Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Schere geht hier schon sehr weit auseinander.

Übrigens noch ein kleiner Nachtrag: Chinese New Year war nicht wie “im Krieg”. Wir waren sogar etwas enttäuscht. Natürlich wurde wesentlich mehr “geschossen” als in Deutschland und vor allem innerhalb von zehn Tagen an drei Abenden. Aber gerade an Silvester hieß es, dass es die ganze Nacht durchgeht. Um ein Uhr war leider alles vorbei :-( ( Es lag also hauptsächlich an unseren Erwartungen, dass es nicht ganz so heftig erschien.

So und jetzt haben wir mal wieder sehr viel geschrieben. Wer aber noch nicht genug von China hat, für den haben wir im Internet noch einen Auszug aus einem Buch gefunden. Eine Deutsche lebte drei Jahre in Peking. Bis auf den Führerschein, den wir nicht gemacht haben – und Ihr wisst jetzt auch warum – könnte das Geschriebene von uns sein :-) Also viel Spaß beim Weiterlesen: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,679712,00.html

Am Montag gehe ich bei schönem Wetter – wieder ohne Mann, er darf Arbeiten und ohne Kind, er geht in die Vorschule – auf die Expo. Wenn jemand mitgehen möchte – bitte einfach kurz melden!

Herzliche Grüße aus dem frühlingshaften Shanghai
Monika, Andreas und Tim




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