E-Mail aus Shanghai – 4
über das Wetter zu reden ist ja meist nicht sehr spannend, aber hier ist es einfach Thema. Wir hatten in den letzten Wochen immer über 30 Grad – meist zwischen 33 und 38 Grad IM SCHATTEN. Jetzt ist gerade die Regenzeit und danach soll es noch wärmer werden. Ich weiß zwar nicht, wie das gehen soll, aber ich lasse mich überraschen. Ansonsten schicke ich Euch ein paar Grad rüber nach Deutschland. In dieser Woche benötigt Ihr das wohl nicht, aber in Deutschland wird es ja auch wieder kälter…
Die Hitze hat auch zur Folge, dass wir uns hier ein neues Hobby zugelegt haben: Mücken bzw. Moskitos fangen. An einem schlechten Abend finden wir nur 3-5 Stück in der Wohnung. Wenn wir Glück haben sind es 30-50 Stück. Das reicht schon fast für einen Grillabend
Aber wir rüsten auch technisch auf: Wir haben elektrische Geräte, die den Mücken mit Starkstrom keine Chance lassen. Das ist allerdings nur passiv. Für die aktive Mückenjagd haben wir ein Gerät, das aussieht wie ein kleinerer Tennisschläger. Trifft man die Mücke, wird sie mit Starkstrom außer Gefecht gesetzt. Unser neues Gerät ist wohl etwas höher dosiert. Mit diesem werden die Mücken mit lautem Knall atomisiert. Wie auch immer: Die sticht uns dann nicht mehr…
Die Hobbies vieler Chinesen kann man am Sonntag Nachmittag in den Parks beobachten. Von Picknick über Drachensteigen bis Gesang ist alles dabei. Wichtig ist, dass es dabei laut ist und viel Spaß macht. Beeindruckt war ich von den Drachen – das ist wirklich kein Kinderspiel mehr. Mit hochprofessioneller Ausrüstung werden die Drachen einige Hundert Meter in die Höhe gebracht. Findet mal so eine lange Schnur. In China singt man auch gerne. Karaoke ist hier Volkssport. Am Wochenende wird dann in den Parks gesungen. Aber natürlich immer mit Mikrophon – es soll ja auch jeder hören. Das Publikum ist meist sehr begeistert. Es waren auch tatsächlich einige sehr gute Sänger dabei. Aber leider nicht alle…
Am Samstag waren wir auf einer Feier eingeladen. Alle sollten in chinesischem Outfit kommen. Wir ließen uns auch chinesische Kleidung anfertigen. Allein die Auswahl der Stoffe ist gar nicht so leicht. Tim fand alle Stoffe für Frauen sehr toll, weil diese bunt sind mit Drachen, Blumen o.ä. Mustern. Nach der Auswahl der Stoffe, wurden wir vermessen – es soll ja auch gut sitzen. Da Andreas nicht dabei war und ich nur ein T-Shirt zum ausmessen dabei hatte, hat sich der Schneider kurzerhand selbst vermessen. Und dann ging es ans Preisverhandeln. Zuerst war ich noch etwas unsicher, weil ich den genannten Preis schon sehr günstig fand. Aber dann nach einigem Hin und Her war es noch günstiger und wir waren beide zufrieden. Aber beim nächsten Mal werde ich den Preis sicher nochmals unterbieten. Jetzt ist der agdinstinkt geweckt. Außerdem muss ich ja die besten Preise kennen, wenn Ihr uns besuchen kommt.
Am Schluss noch ein kleiner Tipp am Rande: Die Chinesen zählen alle 10 Zahlen mit einer Hand. Da wir ja auch noch mit Händen und Füßen sprechen, haben wir schnell festgestellt, dass es hier zur Verwirrung kommen kann. Auf die Art, wie wir die Zahl 2 mit Daumen und Zeigefinger zeigen, zeigen die Chinesen die Zahl 8. Und es macht schon einen kleinen Unterschied, ob man für 2 Personen im Restaurant zahlt oder für 8
So, jetzt muss ich aber mal wieder die Klimaanlage anmachen. Obwohl es heute regnet haben wir im Haus ca. 30 Grad. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Erfinder der Klimaanlage.
Ich freue mich, von Euch wieder zu hören und bis zum nächsten Mal.
Herzliche Grüße aus dem Reich der Mitte Monika mit Andreas und Tim







