E-Mail aus Shanghai – 10
inzwischen sind wir schon bei den 10. Shanghai-News. Ein erstes, kleines Jubiläum! Wir hoffen, dass Euch unsere Berichte gefallen und wir Euch etwas vom Flair, dem Leben und der Atmosphäre von Shanghai, China und Asien näher bringen können. Wir sind auch nach 10 Monaten immer noch ganz fasziniert von der Stadt, auch wenn im Vergleich zum Beginn unserer Zeit hier in Shanghai vieles nicht mehr neu ist. Aber es ist ja auch wichtig, dass man einen gewissen “Alltag” im Leben hat, wie auch immer der aussieht.
Wir können uns also inzwischen darauf einstellen, dass Montagmorgen und Freitagnachmittag Stau ist auf der Hauptverkehrsstraße vor unserem Compound ist, dass die Handwerker zum vereinbarten Zeitpunkt kommen oder auch nicht. Dass Pakete etwas später kommen (gerade zur Weihnachtszeit). Aber das sind alles Dinge, die einem auch in Deutschland passieren. Das Wesentliche, was hier wirklich anders im Alltag ist, dass man die Sprache (fast) nicht versteht und vor allem nicht lesen kann. Aber dann plant man einfach etwas mehr Zeit für die Dinge ein oder man weiß, wen man fragen oder um Hilfe bitten kann.
Kurz gesagt: Wir sind angekommen. Und das fühlt sich sehr gut an.
Und nebenbei schauen wir uns noch Asien an. Über Silvester haben wir einen ersten Eindruck von Thailand bekommen. Den Badeurlaub auf Phuket haben wir sehr genossen. Wir waren zum ersten Mal in unserem Leben an Silvester nicht in der Kälte. Aber wenn man nicht auf das Datum schaut, ist es einfach ein ganz toller Sommerurlaub. In Thailand haben uns die vielen Himmelslaternen sehr beeindruckt. Für die Bayern unter uns eine kurze Erklärung: Das sind große Laternen aus dünnem Papier um ein Metallgestell, an dem unten etwas Brennbares befestigt ist und angezündet wird. Durch die heiße Luft steigen die Laternen sehr weit nach oben.
In Bayern ist das verboten. Sehr viele Himmelslaternen sind am 26. Dezember aufgestiegen. Dann haben wir mitbekommen, dass das der Jahrestag des Tsunamis war und auf Phuket damals 250 Menschen ums Leben gekommen sind. Das hat uns ganz schön nachdenklich gestimmt, wenn man an einem Strand ist, an dem vor Jahren so ein Unglück passiert ist. Erfreulicher waren dann die Himmelslaternen, die an Silvester aufgestiegen sind. Zwischen großen und kleinen Feuerwerken waren hunderte von Himmelslaternen zu sehen, alle trugen die Wünsche und Hoffnungen der Menschen für das Jahr 2010 in den Himmel. Wir haben auch zwei Stück steigen lassen. Einfach klasse!
Wir haben in Thailand auch eine nette Urlaubsbekanntschaft gemacht, die wieder zeigt, wie klein die Welt ist:
Unsere Zimmernachbarn im Hotel war ein Ehepaar aus Deutschland. Also wir ins Gespräch kamen, meinten Sie, sie kämen aus Augsburg. Wir ja auch! Andreas sagte Ihnen, dass er aus Lechhausen stamme und ich aus Ottmaring bei Friedberg/Bayern komme. Daraufhin die beiden: Wir kommen aus Meitingen und Ottmaring (1.000 Einwohner) kennen wir auch. Wir gehen im Februar dorthin zum Grünkohlessen. Darauf ich zurück: Das ist im Sportheim in Ottmaring und das gehört meiner Tante! Das Grünkohlessen hat sich also schon bis Thailand herumgesprochen. Tolle Geschichte, was!! So richtig aus dem Leben!
Andreas war bzw. ist im Januar wieder viel unterwegs. Diesmal schaute er sich Japan, Thailand und Südkorea an. Südkorea war er zum ersten Mal und das war somit wieder etwas Besonderes. Interessant war, dass die südkoreanische Firma Samsung Autos baut. Wir kennen die Firma nur von unserem Fernseher und meinem Handy.
Aber auch die kulturellen Unterschiede in der Arbeitswelt sind interessant, wieder ganz anders als in China oder Japan. Für uns ist das eine neue Erkenntnis. Die Asiaten werden sagen: Das ist doch logisch, wir sind alle sehr unterschiedlich im Gegensatz zu den Europäern – es ist doch egal ob Franzose, Italiener, Engländer oder Deutscher…
Tim ist in diesem Monat 6 Jahre alt geworden. Den Kinder”grusel”geburtstag zu Hause haben wir ohne Schäden überstanden. Seitdem spricht Tim aber nur noch von der Schule. Wenn ich mal ein Schulkind bin….. Uns wird schon himmelangst, was dann alles passieren wird. Aber wir haben ja noch etwas Schonfrist und können bis dahin auch die Nichtschulferienzeit nutzen, um Urlaub zu machen.
Apropos Urlaub (schon wieder): Das ist meine (Monikas) Aufgabe gerade, natürlich neben dem Erlernen der Sprache. Meine ersten Urlaubspläne, nach Vietnam zu fliegen, scheiterten an Wörtern wie Monsun und Regenzeit. Das habe ich aber erst gemerkt, als ich schon fast alles fertig hatte. Da ist das Urlaubbuchen in Europa einfacher. Man schaut einfach, wie hoch die Temperatur ist und fertig. In Südostasien ist die Temperatur immer ungefähr gleich hoch, nur die Regenmenge unterscheidet sich beträchtlich. Beste Reisezeit ist in Vietnam während des Deutschen Winters. Also jetzt… Aber ich will ja erst im August in den Urlaub und dann ist Regenzeit. Jetzt wisst Ihr das also auch, wenn Ihr es nicht schon vorher wusstet. Aber dann hätte es mir ja einer sagen können und ich hätte mir einige Zeit sparen können. Also suche ich mir gerade ein neues Reiseziel aus – Asien ist ja groß. Hat vielleicht jemand einen Tipp für August?
Am vergangenen Wochenende hatten wir die Auswahl zwischen einer Faschingsparty im Paulaner oder einem Grünkohlessen im Hofbräuhaus. Wir hatten uns für das Grünkohlessen entschieden, weil wir dort mehr Leute kannten. Leider hat uns aber eine fiese Erkältung um den Genuss gebracht. Vielleicht wäre uns das bei der Entscheidung für den Fasching erspart geblieben
Bleibt gesund bei diesem kalten Wetter Deutschland bzw. Europa. Wir haben inzwischen wieder 10 Grad. Ist für zwischendurch ganz angenehm, aber es wird bestimmt hier bald wärmer.
Lasst es Euch gut gehen. Wir freuen uns, von Euch zu hören und zu lesen.
Herzliche Grüße aus Shanghai
Monika, Andreas und Tim







