E-Mail aus Shanghai – 3
Ni hao Ihr Lieben,
vielen Dank für die tollen Berichte aus USA, England (zu der Zeit aus Indien), Wetzlar, Treis, Königsbrunn, Fürth, Gießen, Bonn, Friedberg, München, Augsburg, Mering St. Afra, Marburg und Stuttgart. Sorry, dass ich bei meiner letzen Mail Mering St. Afra und Marburg vergessen habe.
Was gibt es Neues aus Shanghai?
Das “Highlight” in der letzten Woche war sicher das Fußball-Freundschaftsspiel zwischen China und Deutschland. Wer das Spiel gesehen hat, weiß, warum ich “Highlight” in Anführungszeichen gesetzt habe. Ok, ich muss gestehen, dass Ergebnis 1:1 war für Deutschland nicht ganz so erfolgreich. Aber: Stellt Euch vor, die Nationalmannschaft kommt, es sind 25.000 Menschen in einem Stadion, es werden beide Nationalhynmen gespielt, alle singen mit… Das ist einfach klasse! Da spielt das Ergebnis keine Rolle. Für unsere Familie war dieses Ergebnis ohnehin am besten. Tim war am meisten für China und ein bischen für Deutschland, Andreas für China und ich für Deutschland. Stellt Euch mal vor, wenn einer gewonnen hätte. Nicht auszudenken, wie der Abend für uns verlaufen wäre.
Außerdem habe ich mit meinem Chinesisch-Sprachkurs angefangen, um endlich auch mit meiner Umwelt kommunizieren zu können. Kann mir mal einer sagen, wer auf eine solche Sprache kommt? Mein Fazit vorneweg: In meinem nächsten Leben komme ich in China auf die Welt, dann lerne ich die Sprache als Kind automatisch und viel leichter. Es sind ja nur ganz wenige Wörter, aber unterschiedlich betont, haben sie ganz unterschiedliche Bedeutungen. Es gibt vier Betonungen, dann kann man die Wörter noch kombinieren. Und wenn man zwei Wörter zwar gleich ausspricht, kann es auch eine unterschiedliche Bedeutung haben, je nachdem wie man diese schreibt. Versteht Ihr jetzt, was ich meine??? Also Hut ab vor den Chinesen, die die Sprache sprechen und auch lesen können. (Uli, Du hast mich ja gewarnt. Jetzt weiß ich warum.)
Allerdings erleichtert es das Einkaufen schon sehr, wenn man die Schriftzeichen kennt. Ich stehe oft vor einem Regal und schaue mir die Produkte an. Anhand der Bilder auf der Verpackung und des Standortes im Regal kann ich mir ungefähr vorstellen was da drin ist. Wenn ich es nicht brauche, stelle ich es wieder ins Regal. Bin ich der Meinung, gerade das zu brauchen, suche ich entweder nach einer importierten Variante oder bin dann so neugierig und kaufe das Produkt. Zu Hause nehme ich es dann genauer unter die Lupe. Entweder ist es nützlich, schmeckt gut oder sieht toll aus. Ansonsten wandert es gleich wieder in den Mülleimer und beim nächsten Mal weiß ich dann Bescheid.
Kürzlich habe ich Kartoffeln gekauft für Kartoffelpüree bzw. Kartoffelbrei. Das kann man ja ungefähr erkennen. Auf dem Etikett stand “sweet potatoes” – Süßkartoffeln, das hörte sich gut an. Außerdem hatte ich beim Thailänder so eine schon mal gegessen. Schmeckt wie eine Kartoffel nur etwas süßer und farblich war es deutlich mehr orange als bei uns. Beim Schälen fiel mir allerdings sehr schnell auf, dass die Kartoffel dunkel war, so dunkles Blau oder Lila. Na ja, ich habŽs dann gekocht. Erst waren die Kartoffel ganz hart und dann wurden sie sehr schnell mehlig weich. Dann noch Milch und Butter dazu und fertig war mein erstes lila Kartoffelpüree. Die Farbe war etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Geschmack war sehr gut. Tim fand die Farbe das Beste am ganzen Essen! Jetzt weiß auch ich, dass es orangefarbene und blaue Süßkartoffeln gibt.
Solche Dinge machen das Leben hier aus: Es ist spannend, lustig, vieles braucht mehr Zeit, die Leute sind super nett und hilfsbereit, man erlebt täglich neue Dinge und lernt fürs Leben. Also auf nach Shanghai!!
Herzliche Grüße und
zaijian
Monika mit Andreas und Tim






